Subjektiver Objektivtest | 35 mm f/2.0

Seit dem zweiten Teil meines kleinen Objektivtests ist schon wieder einige Zeit ins Lang gegangen. Es war nicht geplant, dass so viel Zeit vergeht, bis ich den letzten Teil schreibe. Allerdings, wie das halt so ist, hatte ich einfach nicht die Zeit dafür. Dafür aber jetzt. Es geht dieses Mal um das Canon EF 35 mm f/2 IS USM für 599 € (unverbindliche Preisempfehlung), welches auch das bisher letzte Objektiv ist, das ich mir zugelegt habe.

EF 35 mm f/2 IS USM

Zunächst die technischen Daten:

  • Brennweite : 35 mm
  • Offenblende : 2.0
  • Bildstabilisator : ja 
  • Autofokus : USM 
  • Naheinstellgrenze : ca. 24 cm 
  • Filterdurchmesser : 67 mm 
  • Optischer Aufbau : 10 Linsen in 8 Gruppen 
  • Anzahl Blendenlamellen : 8
Getestet habe ich die Linse bisher nur auf meiner APS-C Kamera, wo ich sie als perfekte Ergänzung zu meinem 85 mm Objektiv lieben gelernt habe. Inzwischen habe ich sogar meistens das 35-er drauf, da es wirklich ein Allrounder auf meiner 60 D ist. Gerade hier, auf einer Kamera mit kleinem Sensor, stellen 35 mm effektiv eine Normalbrennweite dar (wir erinnern uns: 35 mm * 1,6 = 56 mm) während die Brennweite auf einer Kleinbildkamera zum Weitwinkel zählt. Genutzt habe ich das Objektiv mittlerweile im Studio, draußen, im Warmen, im Kalten, nachts und tagsüber, beim Sonnenauf- und -untergang. 

Die Blendenspanne reicht von f/2 bis f/22, wobei die Stärke natürlich gerade im Bereich nahe der Offenblende liegt. Wie auch bei der 85 mm Festbrennweite, lässt sich die Tiefenschärfe sehr exakt regulieren. An meiner 60 D konnte ich fast keine Vignettierung feststellen, beziehungsweise ist sie so gering, dass man sie kaum feststellt. Am Kleinbildsensor fällt die Vignettierung ab Blende 2.8 nicht mehr ins Gewicht (siehe dazu die Testbilder bei KenRockwell.com). 
Der Autofokus arbeitet, wie man es von Canon gewohnt ist, rasend schnell und zuverlässig und ist dabei angenehm leise, wenn auch nicht unhörbar. Dank USM lässt sich der Autofokus allerdings jederzeit manuell überschreiben.

Verzerrungen, wie sie bei einem Weitwinkel naturgemäß mehr oder weniger stark auftreten, konnte ich nicht feststellen. Farbsäume können bei feinen Strukturen auftreten, insgesamt zeichnet sich die Linse jedoch durch eine gleichmäßige und punktgenaue Schärfe aus. 

Fazit: Canon produziert dieses Objektiv erst seit 2012 mit der Zielgruppe der ambitionierten Hobbyfotografen. Im Paket enthalten ist, wie bei Objektiven die nicht aus der L-Serie stammen üblich, nur das Objektiv mit einer Abdeckung für vorne und hinten. Der Bildstabilisator kann punkten und lässt auch bei schlechtem Licht noch etwas längere Belichtungszeiten zu. Ich habe bisher enorm viel Spaß mit dem 35-er gehabt und es sehr breit eingesetzt. Die geringe Naheinstellgrenze hat vor allem im Studio einen ganz besonderen Reiz, da man sehr nah am Model sein kann. Für einen besser definierbaren Ausschnitt empfiehlt sich allerdings gerade hier ein Objektiv mit größerer Brennweite. Die Anschaffung habe ich absolut nicht bereut und ich möchte es nicht wieder her geben.  

Positiv: Schärfe, Offenblende, Gewicht, Abbildungsqualität, gute Verarbeitung, Bildstabilisator

Negativ: keine Streulichtblende im Lieferumfang enthalten, Streulichtblende extrem teuer

Einen Ausführlichen Test findet man bei Ken Rockwell

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